Fundament für Jahrhundertprojekt Koralmbahn
Dezember 2025
Betonfertigteile aus Niederösterreich stabilisieren Hochleistungsstrecke.
Am 14. Dezember 2025 geht mit der Koralmbahn eine der wichtigsten Bahnverbindungen Österreichs in Betrieb. Auch die Kirchdorfer Gruppe war an diesem Jahrhundertprojekt maßgeblich über ihre Tochter MABA Fertigteilindustrie GmbH (FTI) beteiligt.
Gemeinsam mit der HABAU GROUP (ARGE KAB) produzierte MABA FTI mehr als 20.000 Gleistragplatten. In einer weiteren Arbeitsgemeinschaft mit PORR (ARGE PTS KAT 3) entstanden rund 42.000 Tübbinge sowie 5.000 Sohlelemente. Zusätzlich lieferte das Unternehmen rund 2.880 Stück Fahrleitungsmasten und mehr als 7.000 Laufmeter Bahnsteigkanten entlang der gesamten Strecke.
Die Produktion folgte einem eng koordinierten Konzept: digital gesteuert, präzise geplant und fristgerecht in die Baustellenlogistik eingebunden.
Wie entsteht millimetergenaue Infrastruktur?
Die Betonfertigteile bilden die Grundlage des Gleisoberbaus. Unter diesem Begriff versteht man jene Bauteile, die Schienen tragen, führen und dauerhaft fixieren. Die Gleistragplatten – auch feste Fahrbahn genannt – sichern die exakte Lage der Schienen, während die Sohlelemente den Boden des Tunnels stabilisieren und als Tragschicht dienen.
Die Tübbinge wiederum bestehen aus massiven Betonelementen, die je zu sechs Segmenten zu einem geschlossenen Ring verbunden werden. Sie stabilisieren den Tunnel, schützen vor Feuchtigkeit und leiten den Gesteinsdruck ab. Eine Tunnelbohrmaschine fräst sich dabei durch das Gebirge und setzt die Tübbingringe fortlaufend ein.
Im MABA-Stammwerk in Wöllersdorf entstand ein großer Teil der Gleistragplatten. Insgesamt kamen etwa 60 Varianten zum Einsatz, angepasst an die topografischen Gegebenheiten der Koralm. Die Fertigung erfolgte auf Zehntelmillimeter. Dieser Maßbereich entspricht der Stärke eines Blatts Papier. Der Transport per Bahn ermöglichte eine direkte und nachhaltigere Lieferung an die Baustellen.
„Die Herstellung und Vormontage der Gleistragplatten war eine produktionstechnische Herausforderung und verlangte spezielle logistische Maßnahmen“, erinnert sich MABA-Geschäftsführer Franz Buschmüller.
Die Feldfabrik als Dreh- und Angelpunkt
Ein wesentlicher Baustein war auch die temporäre Feldfabrik im Kärntner St. Andrä. Zwischen 2015 und 2019 wurden dort täglich bis zu hundert Tübbinge gefertigt. Die computergestützte Lagerlogistik und ein halbautomatischer Portalkran sorgten dafür, dass die Tunnelbohrmaschine jederzeit mit den passenden Segmenten in der richtigen Reihenfolge versorgt wurde. Mehr als 42.000 Elemente entstanden so für den rund 10,5 Kilometer langen Tunnelabschnitt. Diese kontinuierliche, taktgenaue Versorgung verhinderte Stillstandzeiten im Tunnelvortrieb.
100 Jahre MABA: Von Transformatorenhäusern zur Tunnelinfrastruktur
Was macht die MABA Fertigteilindustrie GmbH nach einem Jahrhundert Geschichte aus? Das 1925 gegründete Unternehmen hat sich vom kleinen Betrieb zu einem Pionier der österreichischen Fertigteilindustrie entwickelt. Heute beschäftigt MABA rund 600 Mitarbeitende an fünf Standorten. Recyclingbeton, digital gesteuerte Produktionsprozesse und die konsequente Nutzung der Schiene für schwere Transporte prägen das heutige Selbstverständnis.
Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wird jahrzehntelange Entwicklungs- und Bauarbeit sichtbar, die von vielen österreichischen Unternehmen getragen wurde – und Infrastruktur für kommende Generationen schafft.
- Habau Group – The Construction Family » HABAU GROUP
- Porr Group – Baulos 3 Koralmtunnel – World of PORR
- ÖBB – Koralmbahn – ÖBB-Infrastruktur AG



Pressekontakt: Mag. Sandra Ehrenhöfer, Kirchdorfer Group, pressesprecher@kirchdorfer.eu
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