Kirchdorfer erobert den Kilimanjaro

Beitrag veröffentlicht 01/2013

5895 Meter ragt der Kilimanjaro über die Savannen Afrikas, er zählt damit zu den “Seven Summits”, den jeweils höchsten Bergen der sieben Kontinente. Die Besteigung des riesigen Massivs hatte sich Mag. Erich Frommwald, Geschäftsführer der Kirchdorfer Gruppe, zum Ziel gesetzt.

Anfang des Jahres war es dann soweit, die Expedition zum Gipfel des Kilimanjaro konnte beginnen. Beim Aufstieg von den Tropen bis zum Gletscher werden Höhen bedingt sechs Vegetationstypen durchlaufen. Der Artenreichtum in der Regenwaldzone steht in Kontrast zu der kargen Landschaft in der Steinwüste des Hochlandes.

Der höchste Punkt des Kraterrandes wird „Uhuru Peak“ genannt. „Es war ein sehr bewegender Moment, den Gipfel zu erreichen. Eine traumhafte Aussicht, die alle Strapazen vergessen lässt.“, so Frommwald.

Lesen Sie hier den persönlichen Bericht von Erich Frommwald:

„Congratulations, you are now at Ukuro Peak, in 5.895 m, Africas highest point!”

Überglücklich, das Ziel erreicht zu haben, stand ich am 12. Jänner 2013 um 07.15 in der Früh am Gipfel des Kilimanjaro.

Das Abenteuer hatte 9 Tage vorher, am 3. Jänner begonnen. Michaela Franzmair, Michael Ahammer und ich starteten mit dem Aufstieg zum Mount Meru. Der Mount Meru ist der fünfthöchste Berg Afrikas mit einer Höhe von 4.565 m und ist der ideale Einstieg zur Akklimatisierung.  Begleitet von einem einheimischen Guide, einem Koch und einigen Trägern, brauchten wir 2 Tage, und brachen um 1 Uhr nachts zum Anstieg auf den Gipfel auf. Nach einer Gehzeit von ca. 6 Stunden erreichten wir den Summit und erlebten einen traumhaften Sonnenaufgang.  Auf– und Abstieg waren im Nachhinein betrachtet technisch herausfordernder und schwieriger, als die Besteigung des Kilimanjaro. An diesem Gipfeltag waren wir in Summe 12 ½ Stunden unterwegs,  wobei wir 1.200 m Aufstieg bewältigten und bei sehr hohen Temperaturen rund 2.200 m wieder abstiegen. Der „Trainingsberg“ hat uns bereits einiges abverlangt.

Nach einer erholsamen Nacht, wieder in einem normalen Bett in einem Hotel in Arusha, ging es dann sofort mit dem Aufstieg zum Kilimanjaro los. Wir haben aus mehreren Routen die  Machame Route ausgewählt. Einerseits bietet sie landschaftlich sehr schöne Einblicke in die Vegetation, andererseits ist diese Route auch betreffend der Höhenbelastung optimal.  Der Einstieg begann auf 1.800 Höhenmetern. Das erste Camp erreichten wir nach einem 4 ½ -stündigen Marsch durch den Regenwald. Am nächsten Tag kletterten wir durch Heide- und Moorland zum Shira Camp auf 3.800 m. Die weitere Route führte uns über den Lave Tower auf 4.630 m und dem Barranco Camp auf 3.950 m. Nachdem keiner von uns vorher je eine so große Höhe erreicht hat, waren wir sehr stolz, dies ohne körperliche Probleme geschafft zu haben. Tags darauf gingen wir zum Karanga Camp, das wiederum auf 3.950 m liegt, ehe wir anschließend zum letzten Basislager, dem Barafu Camp auf 4.600 m aufstiegen. Wir hatten uns mittlerweile an die Höhe gut gewöhnt und die interessante Erfahrung gemacht, dass auch eine minimale Körperpflege für einen bestimmten Zeitraum ausreichend sein kann. Wir hatten das Glück, dass es tagsüber in dieser Höhe überraschend warm war und wir von Regen verschont blieben. Allerdings waren die Nächte dafür umso kälter. Unsere Zelte mussten aufgrund des Windes gut befestigt werden.

Der Summit Day (Gipfeltag) war eine Herausforderung der Sonderklasse. Die Nacht war klar und eisig kalt (ca. -10 Grad), als wir kurz nach Mitternacht aufbrachen. Ständig ermahnten uns die Guides zur Langsamkeit, um den stetig steilen Aufstieg bis zum Ende durchzuhalten. Die Luft wurde immer dünner, doch ich hatte aufgrund der sehr guten Akklimatisierung keinerlei Probleme mit Kopfschmerzen oder Ähnlichem. Als wir schließlich nach 7 Stunden 15 Minuten den Gipfel des Kilimanjaro erreichten und vom Licht der über dem Gletscher aufgehenden Sonne eingehüllt wurden, war die körperliche Tortur sofort vergessen. Der Ausblick vom „Dach Afrikas“ war überwältigend und erzeugte ein Glücksgefühl, das mir bis dahin unbekannt war und mit keinem anderen sportlichen Triumph oder gar einem Urlaubsgefühl vergleichbar gewesen wäre. In Summe hatten wir an die 9.000 Höhenmeter und 67 Stunden Fußmarsch hinter uns gebracht. Dieser enorme Aufwand wurde an diesem Gipfelmoment mehr als zurückbezahlt.

Nach anschließenden 3 Tagen Safari  im Ngorogoro Krater und in der südlichen Serengeti, in der wir auch die Big Five (Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel und Leopard) hautnah erleben konnten, ging es zurück in die Zivilisation und es hieß Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land Tanzania.

Diese Wanderung hat sehr viele Facetten, die auch in meinem beruflichen Alltag wesentlich sind, abverlangt. Einerseits erforderte sie eine sehr gute Vorbereitung und Planung, andererseits auch die Fähigkeit zur Improvisation vor Ort. Und ohne den unbedingten Willen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn es einmal nicht optimal läuft, wäre dieser Gipfelsieg nicht möglich gewesen. Zusätzlich habe ich erfahren, wie wichtig in Extremsituationen ein gutes Team ist, auf das man sicher immer und unter allen Umständen verlassen kann.

Ich kann diese Besteigung jedermann weiterempfehlen und werde über eine andere Route sicherlich wieder auf das Dach Afrikas zurückkehren.

Erich Frommwald