Das emissionsärmste Zementwerk der Welt

Beitrag veröffentlicht 10/2016

Luftaufnahme des
Kirchdorfer Zementwerks

Saubere Luft und Wärmerückgewinnung in Kirchdorf

Das Prädikat „emissionsärmstes Zementwerk der Welt“ verleiht man (sich) nicht alle Tage und schon gar nicht allerorts. In Kirchdorf an der Krems werden für den Umweltschutz weder Aufwand noch Ingenieurskunst gespart.

Seit 127 Jahren wird in Kirchdorf schon Zement produziert und bereits seit vielen Jahrzehnten setzt das Management zahlreiche Maßnahmen, um etwaige Belastungen für die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. In den Anfängen war dies schon der Tatsache der unmittelbaren Nähe zum Stadtzentrum Kirchdorf/Krems (600m) geschuldet. Mit den Jahren wuchs dieser Zugang zum selbstverständlichen Bewusstsein eines sorgsamen und schonenden Umgangs mit der Umwelt und den Ressourcen. Im Jahr 2010 gaben Geschäftsführung und Eigentümer die Vision des Kirchdorfer Zementwerks bekannt, nämlich das ressourcenschonendste und emissionsärmste Zementwerk mit den höchsten Sicherheitsstandards in Europa zu werden.

Mit Hilfe eines ausgeklügelten und preisgekrönten Verfahrens namens DeCONOx wurde nun eine weltweit einzigartige Anlage zur industriellen Abluftreinigung und Wärmerückgewinnung installiert. Dabei wird Energie aus der anfallenden Abluft genutzt, um weitere Schadstoffe wie Stickoxide oder organische Verbindungen abzubauen. Die Restenergie wird in den Produktionsprozess zurückgeführt und über eine Wärmerückgewinnung ausgekoppelt. So kann Abwärme von ca. 20GWh pro Jahr über das Fernheizkraftwerk der EnergieAG Wärme Oberösterreich als Fernwärme für über eintausend Haushalte in Kirchdorf und Umgebung genutzt werden.

Wirtschaftslandesrat Dr. Michael Strugl, der am 29. September die offizielle Inbetriebnahme der neuen Anlage vorgenommen hat, betont dazu: „Mit dieser zukunftsweisenden Anlage zur Abluftreinigung und Wärmerückgewinnung spiegelt das Kirchdorfer Zementwerk perfekt die neue Ausrichtung der oberösterreichischen Energiepolitik wider: Die künftige oberösterreichische Energiestrategie, die gerade finalisiert wird, sieht vor, den Klimaschutz mit einer starken Standortorientierung zu verbinden. Für Oberösterreich als Wirtschaftsstandort mit einer ausgeprägten energieintensiven Industrie ist die Energie ein besonders wichtiger Standortfaktor. Dabei spielt die Erhöhung der Energieeffizienz eine zentrale Rolle, für die es wiederum Innovationen bedarf, weil Oberösterreich hier auch die Technologieführerschaft als Energie-Leitregion anstrebt.

Auch das Kirchdorfer Zementwerk nutzt mit der neuen Anlage innovative Technik, um zum einen die Umwelt und die Ressourcen zu schonen und zum anderen die Abwärme sinnvoll zu nutzen und dadurch Betriebskosten und Energiebedarf zu reduzieren. Zur vorbildhaften Realisierung der Unternehmensvision kann man allen Beteiligten nur gratulieren.“

Geschäftsführer Mag. Erich Frommwald ergänzt: „In den vergangenen 15 Jahren haben wir bereits über 23 Mio. Euro in den Umweltschutz investiert. Die DeCONOx-Anlage ist nun das Highlight einer langen Reihe von Maßnahmen, die unseren Betrieb zum emissionsärmsten Zementwerk nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt machen! Um auch jedermann die Möglichkeit zu geben, die Anlage zu besichtigen, laden wir am 1. Oktober 2016 zum Tag der offenen Türe ein.“

Bereits 1997 wurde der weltweit erste Pilot-Katalysator in der Zementindustrie am Standort Kirchdorf in Betrieb genommen. Als logische weitere Schritte wurden in den Jahren darauf besondere Aktivitäten und Maßnahmen speziell im Hinblick auf Schadstoffausstoß und Lufteinhaltung getroffen. Die erste Großanlage zur Abluftreinigung mit der neuartigen DeCONOx Technologie, die gemeinsam mit dem oberösterreichischen Anlagenbauer Scheuch entwickelt wurde, geht nun mit September 2016 im Kirchdorfer Zementwerk Hofmann in Oberösterreich in Regelbetrieb.

Das System kombiniert die Vorteile eines Reingaskatalysators und einer Regenerativen Thermischen Oxidation (RTO) innerhalb einer Anlage. Diese sind sind minimaler Ausstoß von Stickoxiden (NOx), organischen Kohlenstoffverbindungen (VOCs) und Kohlenmonoxid (CO), sowie niedrige Betriebskosten und geringer Energiebedarf. Ein wesentlicher Teil der Unternehmensvision war es, die Energieversorgung des Zementwerks mit einem immer geringer werdenden Anteil an fossilen Energieträgern zu bewerkstelligen. Mit der Inbetriebnahme der Anlage ist der größte Teil dieser Vision jetzt Realität geworden.

„Die neuartige Technologie ermöglicht es uns, zeitweise vollständig auf fossile Energieträger zu verzichten sowie durch Einsatz von geeigneten Recyclingstoffen wie Altsand oder Ziegelsplitt wertvolle Rohstoffe einzusparen. Als Traditionsunternehmen fühlen wir uns verpflichtet, auch nachfolgenden Generationen gegenüber verantwortungsbewusst zu handeln. Wir sind stolz darauf, dass die neue Anlage ohne Anlaufschwierigkeiten in Betrieb gegangen ist und neue Standards für die Zementproduktion setzen wird.“, so Erich Frommwald abschließend.

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Pressemitteilung